Jägersprache in aller Munde

Jägersprache – schwere Sprache? Mitnichten! Denn etliche Redewendungen und Begrifflichkeiten, die wir im täglichen Sprachgebrauch nutzen, stehen mit dem sprichwörtlichen „Jägerlatein“ in enger Verbindung. Genauso wie Seeleute ihr „Seemannsgarn“ spinnen oder Bergleute mitunter „quer im Gestäng liegen“, hilft der Jägersmann gerne auch mal jemandem „auf die Sprünge“. Insbesondere, um zu verhindern, dass etwas „in die Binsen geht“. Wirft man einmal einen Blick hinter die Kulissen des faszinierenden waidmännischen Brauchtums, dann kann man wahrlich noch die eine oder andere Metapher lernen.

Jägersprache - schwere Sprache?

Jägersprache – schwere Sprache? Quelle: Kaufmann/DJV

 

Wussten Sie, dass man in der Jägersprache mehr als 6.000 Begrifflichkeiten kennt, mit denen sich Jäger und Jägerinnen auf der Jagd untereinander verständigen? Insofern ist dieser Fachjargon weit mehr, als „nur“ eine Zunftssprache. Vielmehr handelt es sich dabei um eine Mundart mit jahrhundertealter Tradition. Ihre historischen Wurzeln reichen sogar bis ins 7. Jahrhundert zurück. Ziel sollte es deshalb sein, diese Kultsprache zu fördern und damit auch für die Zukunft zu bewahren.

Die Jägersprache – eine Sprache voller Faszination

Wer kennt sie nicht, die gängigen Ausdrucksformen, wie zum Beispiel „auf den Busch klopfen“ oder jemanden „zur Strecke bringen“? Während das „auf den Busch klopfen“ im allgemeinen Sprachgebrauch bedeutet, das etwas Bestimmtes hinter einer Geschichte oder einer Aussage steckt, ist das im „Jägerlatein“ anders. Hier geht es nämlich vielmehr darum zu eruieren, ob sich noch Wild im Gebüsch versteckt hält. Wenn ja, so kann dies gegebenenfalls „zur Strecke gebracht werden“. Das heißt übrigens in der Jägersprache nichts anderes, als ein erlegtes Tier, zusammen mit weiterem erlegtem Wild, in einer Reihe abzulegen – also eine Strecke zu legen. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist die Bedeutung ähnlich.

Die Sache mit dem Horn

Sowohl in der Freizeit, als auch im Berufsleben werden bestimmte Dinge kurzerhand „abgeblasen“. Oftmals ist hier von Veranstaltungen oder bestimmten Vorhaben die Rede. Die Basis für diese Redewendung stammt – wie sollte es anders sein – ebenfalls aus der Jägersprache. So geht es diesbezüglich darum, einem Menschen nach dem Leben zu trachten. Wurde seinerzeit mit dem Waldhorn Signal gegeben, dass die Jagd beendet war, so bezeichneten die Jägersleut‘ diesen Vorgang als „Abblasen“.

„In die Binsen gehen“ – das ist weder im modernen Sprachgebrauch, noch in der Jägersprache nichts wirklich Positives. Wurde früher, bei der Jagd, Wildgeflügel angeschossen und fiel es nach dem Abschuss in das Schilf bzw. in die Binsen, so wurde die Beute meist nur unter großen Anstrengungen gefunden – wenn überhaupt. Und so ist auch heute noch davon die Rede, dass abhanden gekommene oder zerbrochene Dinge sprichwörtlich in die Binsen gegangen sind.

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