Waldstrategie 2050 ohne tragfähiges Jagdkonzept

Kaum eine andere Branche muss so sehr in die Zukunft planen wie die Forstwirtschaft. Hier bietet der Klimawandel Anlass, sich über die Entwicklung des deutschen Waldes in den kommenden jahrzehnten intensive Gedanken zu machen. Vor diesem Hintergrund wurde im Februar 2020 das Eckpunkte Papier des Wissenschaftlichen Beirates Waldpolitik veröffentlicht. Dieses wirft vor allem im Hinblick auf die Einbindung der Jagd zahlireche Fragen auf.

Kaum eine andere Branche muss so sehr in die Zukunft planen wie die Forstwirtschaft.
Kaum eine andere Branche muss so sehr in die Zukunft planen wie die Forstwirtschaft.

Wildtiere sind ein vergleichsweise geringes Problem

Schon die Aufteilung des Berichts macht schnell klar, dass ökologische Themen fast vollständig hinter ökonomischen Bedürnissen zurückzustecken haben. Nach Handlungsfeld 1 „Klimawandel“ folgen „Eigentum“, „Arbeit und Technologie“ und „Rohstoffe“. Erst Handlungsfeld 5 kommt auf „Biodiversität und Naturschutz“ zu sprechen. Damit geht es weniger um den Erhalt der Kulturlandschaft in Deutschland als um den der Holzwirtschaft unter veränderten klimatischen Bedingungen. Entsprechend kurz greift das Strategiepapier im Hinblick auf die In den Wäldern lebenden Wildtiere.

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Ausweitung der Jagd ist keine Lösung

Diese Wildtiere finden im Rahmen der Waldstrategie 2050 unter Handlungspunkt 7(!) „Wald und Wild“ praktisch ausschließlich in Form von Schalenwild statt. Diesem wird ein Großteil der Waldschäden der letzten Jahre angekreidet. Die erhöhten Bestände werden den gestiegenen Anbau von Mais, geringe Zahlen an Fallwild aufgrund milder Winter und ein „überholtes Revier- und Prestigedenken“ zurückgeführt. Tatsächlich verhält es sich jedoch so, dass die Dürre der letzten Jahre genauso wie zunehmende Stürme und Schädlinge wie der Borkenkäfer für den größten Teil der Schäden im Forstbereich verantwortlich sind. Gleichwohl setzt die Waldstrategie 2050 zur Behebung der Probleme fast ausschließlich auf einen großflächig erhöhten Jagddruck bis hin zu Bewegungsjagden im Spätwinter.

Ein echtes Wildtiermanagment ist notwenig

Diese Ansätze zeigen, dass Wildbiologen und aktive Jäger in zu geringem Maße an der Erarbeitung dieses Konzepts beteiligt wurden. An einem verbesserten Wildtiermanagement führt in Zukunft kein gangbarer Weg vorbei, wenn der Wald auch im Zuge der Klimakrise als Teil der Kulturlandschaft und Erholungsraum erhalten werden soll. Zu dem hierzu notwendigen Umdenken tragen auch wir als Jagdschule in unseren Kursen bei, die sich explizit auch damit auseinandersetzen, was für ebendiesen Erhalt des Waldes für zukünftige Generationen wichtig ist.