Jäger als Naturschützer?

Die Frage, ob die Jagd zeitgleich Naturschutz ist, stellen sich viele Menschen, die nicht jagen und diejenigen, die sich für den Jagdschein entscheiden. Dieser Frage gehen wir hier auf den Grund.

Biotop verbessende Maßnahmen zum Naturschutz!

Gerade vor der Bockjagdsaison im Mai wird deutlich, wie stark Jäger in den Naturschutz eingebunden sind.
Im April starten Projekte zur Pflege des Reviers, von denen viele Tierarten profitieren. Hecken und Feuchtgebiete werden angelegt, Äsungsflächen bereitgestellt und Nistmöglichkeiten aufgehangen.

Zum Beispiel ist das Anlegen von Benjeshecken langfristig eine gute Möglichkeit, intensiv genutzte landwirtschaftliche Flächen, bei denen die Ränder nahezu kahl bearbeitet wurden, in einen Biotopverbund einzuarbeiten.
Unmittelbar nach der Anlage einer solchen Hecke finden sich die ersten Insekten und Heckenbrüter hier ein.

Um eine Benjeshecke anzulegen, werden die Reste der Gehölzschnitte, die in den Vormonaten angefallen sind, locker übereinandergelegt. Teilweise werden diese mit zusätzlichen Aststreben gesichert.
Die Begrünung erfolgt durch die im Vogelkot und mit dem Wind verbreiteten Samen. Obwohl eine vollständige Begrünung lange Zeit benötigt, bietet der Grundstock der Hecke, den ein Jäger legt, ausreichend Schutz für die ersten Arten, um sich dort niederzulassen.

Die Zweiteilung des Naturschutzgesetzes

Dass die Jagd aktiver Naturschutz ist, belegt ihr Stellenwert, den das Bundesnaturschutzgesetz in § 37 Abs. 2 deutlich macht.
Sind gefährdete Arten im Jagdgesetz aufgeführt und geschützt, nimmt das BNatSchG keinen Einfluss auf diese Individuen. Zu diesen Arten zählen neben anderen der Seehund und der Steinbock.

Der Artenschutz, der durch die FFH-Richtlinie von den Mitgliedsländern umgesetzt werden muss, ist in Deutschland unter anderem im BNatSchG und im Bundesjagdgesetz verfassungsrechtlich vorgegeben. Beide Gesetze gelten als voneinander zu trennende Bereiche, die die Vogelschutzrichtlinie und die FFH-Richtlinie umsetzen.
Keines dieser Gesetze kann Einfluss auf das andere nehmen, sofern der Schutz gefährdeter Arten sichergestellt ist.

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Naturschutz als Teil der Jägerausbildung in der Jagdschule Schwiessel

Das Wissen über den Naturschutz und seine Gesetze gehören für den angehenden Jungjäger zum Pflichtteil in der Ausbildung.

Das Zusammenspiel der relevanten Gesetze und die praktische Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen im Revier erklären wir Ihnen während des Unterrichts in der Jagdschule Schwiessel. Wir geben Ihnen das Wissen an die Hand, das Sie benötigen, um die komplexen Gesetze zu verstehen und für das Wohlergehen gefährdeter Arten umzusetzen.

Wer sich an die Gesetze hält und weiß, wie man diese in die Praxis umsetzen kann, hat über viele Jahre Freude am Jagdschein und wird zu einem aktiven Naturschützer bei gleichzeitiger Nutzung der Ressource Wild.

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