Helfen Importverbote von Jagdtrophäen beim Artenschutz?

Helfen Importverbote von Jagdtrophäen beim Artenschutz?

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Seit 1975 regelt das Washingtoner Artenschutzübereinkommen den internationalen Handel mit geschützten Tieren und Pflanzen. Als Rechtsinstitut leistet es einen wichtigen Beitrag beim Erhalt der weltweiten Artenvielfalt. Entsprechend streng wird bei Ausnahmegenehmigungen verfahren. Dies gilt auch und gerade für Jagdtrophäen.

Eine jährliche Übung

Wie in jedem Jahr erfolgte auch Anfang 2019 eine schriftliche Anfrage der Bundestagsabgeordneten Steffi Lemke (B90 / Grüne) an die Bundesregierung. Darum ging es wiederum um die Zahl der Einfuhrgenehmigungen von Jagdtrophäen so genannter CITES Arten im Vorjahr. Für 2018 wurde von der Regierung die Zahl von 197 Genehmigungen an die Abgeordnete mitgeteilt. Die durch das Bundesamt für Naturschutz erteilten Genehmigungen werden von Tierschützern regelmäßig zum Anlass genommen, sich für eine weitere Einschränkung der Jagd auf bedrohte Tierarten stark zum machen. Allerdings ist äußerst fraglich, ob weiterreichende Verbote tatsächlich zu einem verbesserten Schutz dieser Arten führen würde.

Eine Investition in den Umweltschutz

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass die Zahl der erteilten Genehmigungen nicht gleich der Zahl erlegter Tiere ist. Einfuhrgenehmigungen müssen nicht für jedes Tier, sondern für jede einzelne Jagdtrophäe erteilt werden. Bei der Einfuhr von vier Elefantenfüßen werden folglich vier Genehmigungen für ein und denselben Elefanten notwendig. Weiterhin stehen die erlegten Tier auch in ihren Heimatländern unter Artenschutz. Entsprechend sind die Abschussquoten streng reglementiert und in aller Regel mit hohen Gebühren verbunden. Diese werden wiederum dazu verwendet, die Kosten für den Naturschutz in den Lebensräumen der bedrohten Arten zu finanzieren. Auf legalem Weg nach Deutschland eingeführte Jagdtrophäen haben daher einen verbesserten Artenschutz in der Heimat dieser Tiere zur Folge. Diese Tatsachen finden regelmäßig keinen Eingang in die parlamentarischen Eingaben von Tierschutzorganisationen. 2017 erteilte das Bundesumweltministerium entsprechenden Anfragen eine klare Absage, weil bei einem generellen Importverbot vielen Artenschutzprojekten die finanzielle Grundlage entzogen werden würde.

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Jagd und Artenschutz vertragen sich

Die Debatte rund um die Verträglichkeit von Artenschutz und Jagd hat auch hierzulande vielerorts wieder deutlich an Intensität zugenommen. Die zunehmende Ausbreitung des Wolfs im nord- und ostdeutschen Raum wirft Fragen hinsichtlich der Umgangs mit dieser Spezies bei weiterer Zunahme der Populationen. Diese und viele weitere Aspekte sind im Übrigen einer der zentralen Aspekte der jagdlichen Ausbildung in Deutschland. In unseren Kompakt- und Wochenendkursen vermitteln wir Ihnen alle relevanten Grundlagen zum Erhalt der Artenvielfalt in den deutschen Kulturlandschaften. Denn schließlich dient die Jagd nicht zuletzt dem Schutz und Erhalt der Flora und Fauna in diesen Lebensräumen.

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